Eminem
The real fucking Storyh
Rob McGibbon

...verrückt nach Rap!
Bevor wir hier ernsthaft anfangen die Biografie über Eminem zu zerflücken, müssen wir erstmal eine Begriffsbestimmung vornehmen.
Worum geht es hier?
Es geht um American White Trash.
Zerrüttete Familienverhältnisse, Mutter alleinerziehend und sicher nicht die hellste - zumindest ist bekannt das sie ihrerseits schon eine entsprechende Erziehung genossen hatte, was nicht immer alles entschuldigen soll, hatte Eminem das Pech als asozialer, armer, weisser Junge im schwarzen Gettho aufzuwachsen. Was liegt da näher als auch schwarz werden zu wollen, um wenigstens die nächste Stufe der gesellschaftlichen Hierachie zu erreichen, nicht mehr ausgegrenzt, sondern akzeptiert zu werden. Also war die Idee Rapper zu werden - der renomierteste Beruf und vorallem einträglichste Beruf des schwarzen Mannes Ende des 20sten Jahrhunderts in the US. - garkeine so schlechte. Üben, üben, üben, war die Devise, weil echtes Talent war nicht vorhanden. Ausserdem musste er natürlich das ganze Defizit eines zurückgebliebenen Schülers nachholen, überhaupt erstmal etwas wollen, viel lesen und anfangen selber zu schreiben und zu dichten. Das hat er geschafft, Hut ab. Zu mehr reicht mein Respekt aber erstmal nicht. Die Platten von Eminem sind ok bis hölzern und sie sind eindeutig weiss. Das grosse Vorhaben schwarz zu werden, ist ihm offensichtlich nicht gelungen.
Schon die Kritik zu seinem nicht mehr erhältlichen Debüt 'Infinte', war einhellig: Schlecht abgeguckt, Junge - Note 6!
Eminems einzigstes Potenzial ist seine Wut, und die ist echt enorm. Der Junge ist wirklich saumässig wütend, immer eine gute Vorraussetzung um endlich mal zu sagen, was man/frau denkt und dafür zu sorgen das man/frau auch gehört wird. Wut ist im Zweifel das einzigste Gefühl, das ihm geblieben ist nach all dem FuckUp: '...My daughter`s down to her last diaper, that`s got my ass hyper...' klingt ja noch ganz niedlich und bodenständig, aber bald wissen wir wovon Eminem genau wie alle anderen träumt: ' I´m tired of not having a phone, I´m tired of not driving a BM, I´m tired of not working at GM, I´m tired of wanting be him, I´m tired of not sleeping without Tylenol PM, I´m tired of not performimg in a packed coliseum, I´m tired of not being on tour, and I´m tired of fucking the same blonde whore after work...'
Tja, wer will nicht volle Häuser rocken und Groupies ficken, zeigt mir die oder den, schon ok. Zu dem eher romantischen Stück '97´ Bonnie and Clyde', indem Eminem seine Frau Kim erschlägt und dann im See versenkt (bei Nick Cave haben das alle höchst romantisch gefunden), äussert er sich selber wie folgt: '...wenn ich wütend...bin, setze ich mich hin und schreibe die frauenfeindlichsten kranken Reime der Welt. Es ist nicht das was ich allgemein empfinde, sondern das, was ich genau in dem Moment fühle. Es ist besser, so etwas auf einer Platte auszusprechen als es im wirklichen Leben zu tun...' Wohl gesprochen mein Kleiner, kotz dich ruhig aus.
Du bist zwar kein Revolutionär, aber sauer genug um auf die Etikette zu scheissen und wenn wir uns verdammt nochmal einig darüber sind, das die Verkorksheit deiner Mutter und der Mutter deiner Mutter und der Mutter deiner Tochter eine jahrtausende alte patriachale ist, dein Vater nicht nur deswegen abgehauen ist, weil deine Mutter vielleicht ein bischen durchgeknallt war, sondern deswegen weil er halt ein Mann war und es sich leisten konnte zu entscheiden das er doch kein Kind wollte und ihm alles plötzlich zu anstrengend wurde, und solange du nicht abhaust, dich anstattdessen um deine Tochter kümmerst und sie liebst, trete ich jedem in den Arsch, der es ironisch findet das du mit genau dem Song deinen Durchbruch geschafft hast!!!
Rob McGibbon hat so einen Arschtritt verdient. Er findet es ironisch das: '..ausgerechnet dieser Song und die Aufmerksamkeit, die er erregte, dazu beitrug, Kim aus dem Teufelskreis der Armut zu ziehen, über die sie sich so lange beklagte hatte.'
Das hat sie garnicht verdient, die blöde Bitch, wie? Erst rummeckern, dann mit Leben davon kommen und dann auch noch davon profitieren, das haben wir gerne. Rob McGibbon hat genauso wenig kapiert wie alle anderen, die erst sabbernd zuhören und dann die Moralkeule schwingen - Schwanzlutschen, Arschficken, Frauen grundsätzlich als Nutten bezeichnen, sie schlagen, erniedrigen und auf den Strich schicken, ok, aber sie umbringen? Das geht dann doch zu weit! Es sei denn, es passiert so verklausoliert wie bei Cave. Das Problem ist mal wieder nicht der Künstler sondern die Rezeptionen.
Kritiker, die nichts zu kritisieren haben, die zufrieden sind mit den Verhältnissen wie sie sind, sollten ihre Schnauze halten und sich zurückziehen, und das Feld denen überlassen die bereit sind hinter die Kulissen zu gucken und Künstler in ihrem Bestreben unterstützen wollen, Systeme zu ändern oder zumindest zu überdenken. Ich möchte verdammt nochmal nicht in der Haut einer jugendlichen BRAVO-Leserin stecken, die alleine mit der Konfusion fertig werden muss, auf der einen Seite Eminem total niedlich zu finden, aber auf der anderen Seite von ihm in den Arsch gefickt, totgeschlagen und im See versenkt werden zu sollen.
Aber das interessiert unseren Biografen herzlich wenig, in Wahrheit möchte McGibbon nämlich selber von Eminem in den Arsch gefickt werden. Er ist so verliebt in den Jungen das er seitenlang beschreibt, wie Eminem sich anstrengt und hart arbeitet, so das der Übersetzter sich gezwungen fühlte, den Synonyme-Duden von vorne bis hinten abzuschreiben und sogar diverse Male zu wiederholen. Anstatt auf 150 Seiten ein paar Fakten vom Stapel zu lassen und Hintergrundinformationen zu liefern, ergeht der Autor sich in Beileid für das verkorkste Leben seines Möchtegernschützlings. Klar, wie soll da auch was vernünftiges rauskommen, die Mutter eine drogensüchtige, durchgeknallte in-der-Gegend-Rumfickerin, die Frau eine vermessene Scheisskuh, die ihren Mann nicht genügend unterstützt hat und ihm auch noch, minderjährig wie sie war, ein Kind untergejubelt hat, umgeben von schwarzen Rassisten, die ihn auf ihren MC-Battles nicht ranlassen wollten, und ihn gemeinerweise als Wigga auspfiffen.
Aber Eminem '....feilt an seiner Kunst, schuftet verbissen, strebt an, kämpft sich durch, besteht Feuertaufen, übt besessen, stellt sich geschickt an, verbessert seine Kunstfertigkeiten, arbeitet hart an der Verwirklichung seines Traumes mit Rap Geld zu verdienen....' soll ich weiter machen??

Es ist ekelhaft sag ich euch, und wenn ihr mal berühmt werdet und ein gewisser Rob McGibbon bei euch anklopft um eine Biografie über euch zu schreiben, schmeisst ihn hochkant wieder raus. Ich jedenfalls gehe gleich morgen zum Notar und halte fest, das dieser Idiot sich nicht nach meinem Tod an mir vergreift. Aber eigentlich kann ich mir das auch sparen, der interessiert sich sowieso nicht für Frauen!

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